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#TeamScheren oder #TeamNatürlich

 

Jedes Jahr um die beginnende kalte Jahreszeit erlebt man den Kampf aufs Neue. Den Kampf zwischen der Fraktion die schert und eben die, die es nicht tun. In den vielen tollen Facebook Gruppen gibt es mindestens 120 Posts mit der Frage: „Und, was für ein Muster schert ihr dieses Jahr? Gern auch mit Foto J“ Darunter gibt es dann drei Arten von Antwortkommentaren:

 

 

 

1.       „Awwwww ist das süß <3“

 

2.       „Sieht cool aus, ich habe dieses Jahr das Spidermanlogo“

 

3.       „Wie könnt ihr euren Tieren das nur antun? Das ist Tierquälerei. Ihr seid doch nur zu faul, eure Pferde nach dem Reiten trocken zu reiben. So hab ich das früher jedenfalls noch gelernt und so handhabe ich das auch noch!"

 

So, da bleibt entweder einfach alles ignorieren oder das eigene Scherbild mit drunter posten, was im besten Fall noch mehr provoziert. Gesagt, getan: Bild vom letzten Jahr raus gekramt, gepostet und jetzt heißt es abwarten. Der Clou an meinem Schermuster waren Flügel auf beiden Seiten und jetzt kommt‘s – ich habe das Fell der Sattellage mit geschoren!

Es dauerte also nur ein paar Minuten bis die ersten ‚Hate Kommis‘ (Ich bediene mich mal dem allgemeinen Slang) drunter standen:

 

„Oh mein Gott! Sattellage scheren geht gar nicht!“ – Okay und warum nicht? Gibt’s keine Erklärung?

 

„In spätestens 4 Wochen ist dein Pferd wohl platt vom Satteldruck!“ – Nö, das Bild ist vom letzten Jahr und mein Pony läuft immer noch wie eine eins, liegt wohl daran, dass mein Sattel einfach passt.

 

Auf gepasst! Jetzt kommt mein Lieblings Kommentar:

 

„Wisst ihr eigentlich alle, was ihr euren Pferden psychisch damit antut, wenn ihr ihnen das Fell abschneidet?“ –Psychisch???? Ich krieg mich nicht mehr ein! :D ich glaube nicht, dass mein Pony jetzt Depressionen bekommt, weil ich sie geschoren habe. Aber falls es euch beruhigt, ich kann ja nächstes Mal in Ruhe mit ihr über ihre Probleme reden oder ich kaufe ihr ein paar Extensions. Die gibt’s jetzt auch extra für Pferde.

 

Jedes Jahr ist es immer wieder das gleiche. Natürlich hat das Winterfell der Pferde einen Sinn, nämlich, dass sie nicht frieren. Wäre ja auch blöd so ein Nacktpferd im Winter in den Rocky Mountains oder in der Mongolei. Aber ursprünglich waren Pferde ja auch nicht zum Reiten gedacht. Da wir das jetzt aber tun und auch gerne tun und auch im Winter nicht pausieren wollen, scheren wir unsere Pferde halt, damit sie schneller trocknen und das Erkältungsrisiko minimiert ist. Und das ist wirklich ein riesengroßer Vorteil. Ich geb‘s auch gern zu: Ich habe einfach keine Lust nach dem Reiten noch 2 Stunden zu warten bis das Pony trocken ist. Jetzt höre ich förmlich die Kommentare, die ich auf diese Aussage bekommen würde:

 

„Dann reitet man sein Pferd eben nicht bis es schwitzt!“

 

Doch, ich will ja im Winter genauso arbeiten, wie im Sommer und im Herbst und im Frühling! Also wird das Pony geschoren, ich bin ja auch kein Unmensch, sie bekommt dann natürlich eine Decke drauf… (Im Kopf werde ich schon wieder von einem imaginären Kommentar unterbrochen)

 

„Unnatürlicher geht´s wohl nicht: Erst Fell abschneiden und dann ne Decke drauf legen!“

 

Dieser ‚Krieg‘ lässt sich wohl nie beenden. Da bleibt als einzige Lösung sich eine Fraktion auszusuchen und ein paar Argumente bereit zu legen. Quasi #TeamScheren und #TeamNatülich oder die dritte Lösung:

 

 

Awwwwwwww ist das ein süßes Pony <3

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"Das komische Raum-Zeit Kontinuum" oder "Warum reite ich nochmal?"

Also mit der Zeit ist das ja so eine komische Sache. Vor allem mit der Zeit im Stall. Wenn ich erst mal da bin ist alles so ruhig und stressfrei. Ich will heute zwar nur kurz misten und ein bisschen reiten, aber trotzdem geht´s mir einfach nur wunderbar, sobald ich aus dem Auto aussteige und einmal tief durchatme…und fast ersticke weil unser Stallbesitzer gerade Stroh fährt und ich einen geschätzten kleinen Ballen eingeatmet habe. Vor lauter Husten rollen mir sogar die Tränen und mein Mascara verwischt. Warum ich im Stall ‚Make-up‘ trage? Weil ich verdammt nochmal so aussehen will, wie die ganzen Leute in den schönen Pikeurmagazinen. Aber wieder einmal zeigt mir die Realität, das schön aussehen und Stall irgendwie nicht wirklich zusammen passen.
Zum Glück sitzen die Haare noch! Habe ja extra eine Mütze aufgesetzt und meine neue Reitweste übergezogen. Also doch noch wenigstens halb-schick. Erst mal allen ‚Hallo‘ sagen:
„Wie siehst du denn aus? Hast du geheult oder was? Deine ganze Schminke ist verwischt“ - Haha, wirklich sehr witzig. (Ironisch mit lachen und weitergehen)
 
„Du weißt schon, dass das Stroh in die Box soll und nicht als Kopfschmuck gedacht ist?“ – Das ist jetzt modern! (Verdammt! Kack Wind, kack Stroh, kack Mütze! Warum bleibt das darin alles hängen?)
 
„Ist das nicht ein bisschen kalt mit der dünnen Weste?“ – Nö, es geht eigentlich. (Tatsächlich ist es viel zu kalt für eine Weste und ich ziehe doch schnell meinen dicken Parker über)
„Oh mein Gott, du siehst aus wie das Michelinmännchen!“ – AAAAARGGGGHHHHHHH!
 
Okay, einfach ignorieren. Reiten macht Spaß. Reiten ist mein Hobby. Also schnell das Pony holen und ein bisschen reiten. Nur kurz mal alles abfragen. Hat ja die letzten Tage super geklappt. Putzen muss ich ja zum Glück auch nicht viel. Sie hat ja eine Decke drauf. Denkste – Pony inklusive Decke sind einfach nur schlammbraun und zusätzlich hat sie sich anscheinend auch noch mit der Mähne in einer Distel verfangen oder darin gewälzt. WO zum Teufel stehen hier Disteln? Hier waren noch nie Disteln! Wut entbrannt stampfe ich also aufs Paddock um die fiese Distel rauszuziehen, dabei bleibt mein Schuh fast in der Pampe stecken und natürlich finde ich keine Distel. Nicht mal den Strauch, nichts. Jahaaaa du Pony guckst immer so unschuldig! Wahrscheinlich willst du mich glauben lassen, dass die Dinger rüber geweht sind, aber das nehme ich dir nicht ab. Ab sofort wird auch die Mähne eingeflochten!
Also ‚schnell‘ über geputzt, gesattelt und getrenst und ab aufs Pferd, aber das Pony denkt sich nur:
„Uhh ah was willst du denn? Warum sitzt du auf mir drauf? Was willst du mit den Zügeln? In die Ecke da rein reiten? Du spinnst wohl, da liegen ja gruselige, gelbe Halme auf dem Boden und oh mein Gott, was ist das? Ein Spiegel??? Hab ich noch nie gesehen, neeheee nix da. Da geh ich nicht dran vorbei. Und wo liegt eigentlich der Sinn, dass ich hier im Kreis laufen soll? Zirkel sind so öde. Lass mal ein Ei versuchen. Was willst du jetzt mit deinem äußeren Schenkel? Ich glaube ich breche erst mal über die Schulter aus…“
 
Derweil zweifle ich oben drauf, ob ich das richtige Pony vom Paddock geholt habe oder ob das alles ein Traum war mit dem eigenem Pferd und dem Jahrzehnte langen Reiten, aber leider ist es kein Traum und ich zweifle wieder mal bei der Wahl meines Hobby! Bevor ich also ganz ausflippe lieber mal nach knapp 50 Minuten absteigen.
Der Blick auf die Uhr offenbart allerdings Schlimmes. Eigentlich wollte ich schon vor 20 Minuten los fahren, jetzt also hop-hop.
Absteigen, Abschwitzdecke drauf, Umziehen, Decken tauschen, Pferd wieder raus stellen und ab nach Hause. Ich will grad ins Auto einsteigen, da höre ich jemanden rufen:
 
„Heeeey, willst du gar nicht misten? Wir hatten doch letztens die Wurmkur gegeben und heute muss alles raus!“
Nicht ausrasten, nicht ausrasten, nicht ausrasten, nicht ausrasten, nicht ausrasten….
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