"Anatomi verstehen" von Gillian Higgins
- "Der Dickdarm des Pferdes macht 1/3 des gesamten Körpergewichts aus - das sind bei einem 600 Kg Warmblüter 200 Kg Dickdarm"
- Ein Pferd besitzt ca. 205 Knochen - die Anzahl kann variieren, da manche Knochen im Alter miteinander verwachsen"
- "Das Kiefergelenk liegt fast am Schwerpunkt des Pferdes"
- "Zähne von Pferden wachsen ein Leben lang"
Dies sind nur wenige Fakten, die auf der einen Seite sehr interessant sind und auf der anderen Seite zur Gesunderhaltung des Pferdes beitragen, wenn man denn ausreichend Kenntnis von der Anatomie des Pferdes hat. Higgins erklärt in diesem Buch sehr anschaulich, wie der Organismus des Pferdes aufgebaut ist und wie die einzelnen Organe miteinander zusammenhängen. Jeder Reiter weiß, dass die Nieren des Pferdes im Winter nicht kalt werden sollten, aber wo liegen die Nieren überhaupt? Füttern aus Heunetzen kann schädlich sein, aber warum? Wie ist das Skelett aufgebaut? Worauf 'sitzt' der Reiter eigentlich? Wie biegsam ist eigentlich die Wirbelsäule?
Aufbau
Das Buch umfasst sehr detailliert alle Bereiche des Pferdekörpers nach den einzelnen Arealen sortiert. So kann man schnell nachschlagen und verliert vor allem nicht den Überblick. Trotz der separaten Kapitel verweist Higgins immer wieder auf die Zusammenhänge und das Zusammmenspiel der einzelnen Organe und Körperstrukturen. Dabei liefert Higgins nicht nur das nötige Know-How wo die Organe genau liegen, sondern auch welche Konsequenzen sich zum Beispiel bei einer Kolik ergeben und durch welche bestimmten Anzeichen auf eine Erkrankung der spezifischen Körperregionen geschlossen werden kann. Ich persönlich konnte von dem Buch nicht genug bekommen und habe es an einem Abend verschlungen. Ich finde es äußerst wichtig, den genauen Aufbau des Pferdekörpers zu verstehen, um besser auf das Pferd und seine Bedürfnisse eingehen zu können. Ein paar 'Weisheiten' bekommt man als Reiter letztlich immer mit, aber der genaue Zusammenhang bleibt dabei meist außer Acht. Higgins arbeitet sich quasi von außen nach innen vor und bearbeitet somit ämtliche Körperregionen und Körperschichten.
Besonders spannend ist auch das Kapitel zu den Sehnen, Bändern und Muskeln. Gerade auch weil viele Krankheitsbilder deutlich besser nach zu vollziehen sind, wenn man Kenntnis über den Aufbau der Pferde hat. So wird beim Landen nach einem Sprung zum Beispiel das 2,5-fache des Körpergewichts vom Bewegungsapparat der hinteren Vorderbeine abgefangen - natürlich ohne das Gewicht des Reiters hinzu zu addieren.
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