Stute decken lassen - Höchstalter

Das erste Fohlen - Altersgrenze der Stute

Keine Frage erreicht mich wohl so oft, wie die nach einer Altershöchstgrenze beim ersten Fohlen. Ich möchte mich mit nur zwei selbstgezogenen Fohlen keinesfalls als Kenner bezeichnen, aber dadurch, dass es sowohl für Alin als auch Sunny das erste Fohlen war, standen wir auch vor dieser Frage und haben uns viel und gut darüber informiert. Hinzu kommt nun auch, dass Alin beim Besamen bereits 16 Jahre und Sunny 14 Jahre alt war. Beide Stuten sind nun also nicht die jüngsten. Gleich zu Beginn kann ich aber schon mal sagen, dass bei dieser Frage Pauschalisierungen und das Nennen einer Grenze völlig unangebracht sind. Jede Stute muss und sollte individuell begutachtet werden und ein Tierarzt ist letztlich immer hinzuzuziehen – allein schon wegen der Voruntersuchungen.

Der Gesamteindruck zählt

Liest man im Internet wird man oft das empfohlene Höchstalter von 15 Jahren finde. Jeder, der schon länger mit Pferden zu tun hat, hat aber wohl auch schon 15-jährige Pferde gesehen, die eben entweder aussehen wie 30 oder wie 5. Der Gesamteindruck des Pferdes zählt. Grundsätzlich ist es aber natürlich so, dass mit zunehmendem Alter das Risiko in der Trächtigkeit erhöht ist oder die Stuten schon von vornherein schlecht aufnehmen oder die Frucht früh resorbiert wird. Das sind in den meisten Fällen natürliche Regularien, die begründet sind. Wenn eine Stute – egal ob 5 oder 15 Jahre – partout nicht trächtig wird, dann wird medizinisch wohl definitiv ein Problem vorliegen. Ansonsten sollte man sich seine Stute ganz genau anschauen und objektiv begutachten:

 

Wie ist sie im Training?

Wie steht sie im Futter?

Liegen medizinische Befunde vor? Wenn ja, ist etwas vererbbar?

Wie ist die Stute aufgestellt hinsichtlich Exterieur? Gibt es gravierende Mängel am Gebäude?

Ist die Stute fit?

 

Diese Fragen sind in erster Linie die entscheidenden hinsichtlich einer Bedeckung. Der Tierarzt sollte darüber hinaus natürlich auch zu Rate gezogen werden, da er ja eh für die Vorsorgeuntersuchungen zuständig ist.

Fitness

Grundsätzlich sollten die Stuten natürlich gesund und fit sein. Wobei gesund und fit nicht immer gleichgesetzt werden muss mit reitbar. Etliche Pferdehalter treffen die Entscheidung zu einem Fohlen aus der Tatsache heraus, dass sich die Stute verletzt hat und wahrscheinlich für längere Zeit vom Sport pausieren muss. Wenn die zusätzliche Mehrbelastung durch die Trächtigkeit die Heilung nicht verzögert oder gar verschlimmert, kann natürlich die Entscheidung pro Fohlen gefällt werden, obwohl die Stute im Prinzip nicht gesund ist. Viel wichtiger ist die körperliche Fitness der Stute, die natürlich auch nicht am Reitpensum festgemacht werden kann. Alin und Sunny waren vor der Trächtigkeit gut im Training und entsprechend auch gut bemuskelt und konditioniert. Ein guter körperlicher Zustand ist vor allem auch für die kräftezehrende Geburt von entscheidender Bedeutung. Fitten Pferden fällt die Geburt und die Regenerationszeit danach deutlich leichter als Pferden, die insgesamt schlecht dastehen. Es ist letztlich immer ein Abwegen von Risiken, aber pauschal kann man definitiv kein Höchstalter nennen. Vor allem auch während der Trächtigkeit spielt Bewegung eine wichtige Rolle: Die Stute bleibt in Schwung, sie baut nicht zu viel Muskelmasse ab, die Lunge wird gefordert, die Verdauung arbeitet besser und letztlich ist Bewegung auch wichtig für eine gute Fohlenentwicklung im Mutterleib. Dabei muss man aber bedenken, dass auch hier Bewegung nicht mit Reiten gleichgesetzt werden kann: spazierengehen, longieren, Handpferderitte, Bodenarbeit und Co. sind ebenfalls zu empfehlen. Vor allem dann, wenn der Bauch schon zu sehr in die breite gegangen ist. Wir haben es bei Alin und Sunny auch ganz deutlich gemerkt, dass sie über Bewegung letztlich sehr dankbar waren. An manchen Tagen wiederum waren sie platt und erschöpft – da gab es dann eben nur eine Wellnessbehandlung.

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