Mash für mein Pferd

Eine warme Leckerei oder auch medizinisch sinnvoll?

Die meisten Pferde lieben Mash und wir Pferdemädchen lieben es, wenn unsere Pferde glücklich sind. Und da wir sowieso dazu neigen, unsere Pferde etwas zu vermenschlichen, nimmt der Mash-Verbrauch in der kalten Jahreszeit rapide zu. Dass liegt zum einen vielleicht daran, dass wir die Vorstellung gut finden, unseren Pferden nach getaner Arbeit oder nach einem eisigen Tag, etwas Warmes anbieten können – vielleicht in Anlehnung an einen warmen Tee, einen Kakao oder eine warme Suppe auf dem Sofa bei uns. Aber viele Pferde mögen Mash einfach unglaublich gerne und nehmen somit auch benötigtes Futter auf, was sonst verschmäht werden würde. Ähnlich verhält es sich mit Medikamenten, die das Pferd bekommen muss, aber im normalen Futter aussortieren würde. Auch bei Magen-Darmerkrankungen eignet sich Mash besonders gut, um den Stoffwechsel und die Verdauung wieder in Schwung zu bekommen. Bekommt das Pferd aber regelmäßig – täglich – Mash, besteht die Gefahr, dass das Mash im Krankheitsfall nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielt.

Die Zusammensetzung von Mash ist sehr unterschiedlich. So bietet der Markt bereits eine sehr breite Palette an Mash-Produkten an, aber der Pferdehalter bekommt auch alle Bestandteile des Mash einzeln und kann sich letztlich eigenes Futter konfigurieren. Grundsätzlich weist Mash grundsätzlich immer eine breiige bis flüssige Konsistenz auf, die sich je nach Wasserzugabe ändern kann. Auch gibt es Mash für unterschiedliche Anforderungen, wie zum Beispiel getreidefreies Mash für Magenkranke Pferde oder Kräuter Mash für Pferde mit Atemwegsbeschwerden. Jede Zusammensetzung wirkt sich auch auf die Zubereitung aus: So kann getreidefreies Mash meistens auch mit kaltem Wasser recht zügig angerührt werden, Mash mit Leinsamen hingegen bedarf die Zugabe von kochendem Wasser und einer gewissen Quellzeit. Hinsichtlich der Rationsberechnung sollte das Mash und seine Zusammensetzung auch hinsichtlich der Energiebilanz und des Energiebedarfs des Pferdes beachtet werden – zumindest wenn Mash regelmäßig gefüttert werden soll.

"Nicht täglich Mash füttern"

Immer wieder sind Pferdehalter mit der These konfrontiert, dass Mash nicht zu häufig gefüttert werden soll, aber warum eigentlich? Vorweg ist zu sagen, dass Mash natürlich nicht ungesund ist – auch nicht, wenn täglich Mash gefüttert wird. Fakt ist aber, dass das Pferd ernährungsphysiologisch gesehen auf Raufutter in Form von Heu  und Stroh angewiesen ist, damit die Verdauung vernünftig funktioniert. Und Mash ist nun mal das Gegenteil von „Rau“. Generell bietet Mash aber eine gute Möglichkeit, um im Krankheitsfall interagieren zu können:

 

  •  bei dehydrierten Pferden (sehr flüssiges Mash)
  •  bei Verdauungsstörungen
  •  im Fellwechsel
  •  bei Zahnproblemen oder generell alten Pferden
  • nach Wurmkuren oder langer Medikamentengabe 

Auf den Inhalt kommt es an

Ich persönlich verfüttere das Weserland Mash von Eggersmann, weil dieses getreidefrei ist und in der täglich Ration nicht mit beachtet werden muss. Gerade Sunny hat einen empfindlichen Magen und da ist es durchaus sinnvoll, nicht zu viel Getreide zu füttern.

Während „normale“ Leinsamen eine gewisse Quellzeit brauchen, wird in einigen Mashprodukten bereits auf extrudierte Leinsaat zurückgegriffen. Diese Leinsamen sind so aufgeschlossen, dass sie besser verdaut werden können, immer noch reich an Schleimstoffen und Fettsäuren sind, auf der anderen Seite nicht mehr lange quellen müssen. Durch diese Schleimstoffe wird die empfindliche Magenschleimhaut mit einem Film überzogen, der diese vor der aggressiven Magensäure schützt. Das Pferd produziert, im Gegensatz zum Menschen, kontinuierlich Magensäure – auch, wenn kein Futter aufgenommen wird. Die ungesättigten Fettsäuren der Leinsaat wirken sich darüber positiv auf den Haut- und Haarstoffwechsel aus.

 

Reiskleie ist viel verdaulicher als Weizenkleie und liefert essentielle Fettsäuren, die sich auf den gesamten Stoffwechsel sowie das Immunsystem positiv auswirken.

Bierhefe liefert wichtige Enzyme und natürlichen Vitamin B, das für eine intakte Darmflora sorgt und diese regenerativ unterstützt.

Luzerne zeichnet sich durch hochwertiges Protein aus und versorgt somit die Muskeln mit wichtigen Aminosäuren. Deswegen eignet sich Mash auch nach einem anstrengenden Training oder Turniertag.

Apfeltrester ist nicht nur besonders schmackhaft, sondern liefert auch wichtige Pektine.

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