Paddockbau

DIY Paddock Matschfrei

Wer kennt es nicht? Jedes Jahr auf´s Neue. Das Problem mit dem Matsch. Da denkt man endlich, der Regen hört auf, aber Pustekuchen. Er ruht sich nur aus, bis die nächsten Monsunregen artigen Wassermassen vom Himmel fallen und auch wirklich jedes Stückchen des Paddocks oder der Weide unter Wasser setzen. Mit dem Ergebnis, dass einem der Schlamm und die Pampe fast schon in die Stiefel laufen. Wir müssen die Paddocks zum Glück nur zum Abäppeln, Heunetze aufhängen oder zum Pferde holen betreten, unsere Mäuse hingegen stehen den ganzen Tag in der Matsche. Natürlich ist frische Luft und Bewegung essentiell, aber in dieser Pampe vergeht sogar Sunny die Lust auf ein Schlammbad - obwohl sie sich eigentlich IMMER in das tiefste Loch legt. Mauke, Strahlfäule und die Erweichung des Horns sind nur einige unschöne Nebenwirkungen, die diese Dauerbefeuchtung auf unsere Pferde hat. Und jetzt war ich an dem Punkt, an dem ich gesagt habe: Jetzt reicht´s. Es muss eine alternative her: möglich schnell, möglichst wenig Aufwand, möglichst günstig und dennoch effektiv. Gibt´s nicht? Oh doch! Und wir haben sie gefunden!

Der Matsch muss weg

Als aller erstes haben wir uns über Möglichkeiten Gedanken gemacht, wie man den Matsch am besten entsorgen kann. Egal, wie ihr euer Paddock aufbereiten wollt. Mit Platten, Flies oder richtiger Drainage: Der Matsch muss zunächst weg. Was aber machen, wenn gerade kein Schaufelbagger zur Hand ist? Den lieben, netten Bauern von nebenan fragen. Mit einer normalen Treckerschaufel, kann schon enorm viel der Pampe weggeschafft werden. 

Gleich beim Abziehen haben wir darauf geachtet, dass wir ein leichtes Gefälle mit einbauen. Das bedeutet, wir haben mit dem Trecker immer in die gleiche Richtig gezogen bzw. geschoben, um ein gleichmäßiges Gefälle zu erhalten. So kann das Wasser hinterher noch besser ablaufen.

 

 

Das Material

Als Material haben wir uns für ein Mineralgemisch entschieden. Das gibt es in unterschiedlichen Größen und Stärken. Wir haben es in der Größe 0/45 bestellt. Das bedeutet, dass sich die einzelnen Partikel zwischen 0 und 45 mm bewegen. Das klingt im ersten Moment groß, ist es aber wirklich nicht - keine Sorge. Den Großteil bestimmt Sand und wirklich sehr feine Partikel. Unser Paddock ist 120m² groß und um eine ca. 10 cm dicke Schicht zu bekommen, brauchen wir also 12 Kubikmeter. Das entspricht dem Gewicht von knapp 18 Tonnen, da ein KBM des Gemischs ca. 1,5 - 1,7 Tonnen hat. Um eine Runde Maße zu haben, haben wir uns allerdings für 20 Tonnen entschieden - so waren wir auf der sicheren Seite und letztlich war s auch die richtige Entscheidung. Dieses Gemisch bekommt ihr eigentlich in jedem Recyclingpark bzw. jeder Kiesgrube. Google ist hierbei wirklich euer Freund - nehmt aber unbedingt einen Lieferanten aus der Nähe, da die Lieferkosten noch oben drauf kommen. Der LKW konnte ganz einfach rückwärts auf unser Paddock fahren und hat das Gemisch somit gleich an Ort und Stelle abgeladen. An dieser Stelle kam dann der Trecker noch mal zum Einsatz und hat das Material grob verteilt.

Trockenen Hufes

Zum Schluss muss der Boden nur noch mit einer Rüttelplatte bearbeitet werden, damit es sich wirklich gut verdichtet. Schon das Gewicht des Treckers beim Verteilen hat das Material so stark verdichtet, dass es uns wirklich schwer fiel, kleinere Unebenheiten mit der Hand weg zu schaufeln. Schlussendlich habt ihr eine feste Tretschicht und eure Pferde können endlich wieder trockenen Hufes im Winter draußen stehen.

Letztendlich haben wir nur zwei Tage dafür gebraucht bis alles fertig war. Mit besserer Organisation könnte man es durchaus an einem tag schaffen.

Die Kosten

  • Trecker: 50 € (abziehen und verteilen)
  • Material: 150 € (20 Tonnen)
  • Anfahrt Material: 100€, da zwei Lieferungen
  • Rüttelplatte: geliehen, im Normalfall pro Tag knapp 60 €
  • Muskelkraft: 5 Mettbrötchen extra

Das Video dazu

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